Am 20. Juli 2026 traten fünf Teams von Studentinnen und Studenten der juristischen Fakultäten der Universitäten Freiburg, Heidelberg, Konstanz, Mannheim und Tübingen in den Räumen des Verwaltungsgerichtshofs in Mannheim beim 15. MootCourt gegeneinander an. Das Team aus Heidelberg belegte dabei den 1. Platz.
Der MootCourt findet jährlich in Kooperation des Verwaltungsgerichtshofs mit dem Landesjustizprüfungsamt, der Arbeitsgemeinschaft der Fachanwälte für Verwaltungsrecht im Deutschen Anwaltverein und den juristischen Fakultäten in Baden-Württemberg statt. In diesem Jahr feiert er sein 15-jähriges Jubiläum und hat sich als ausgesprochen beliebte Lehrform im Rahmen der Juristenausbildung etabliert.
Beim MootCourt bereiten die Studierenden die Verhandlung eines realen Rechtsstreits vor und führen eine MootCourt-Verhandlung durch. Die Studierenden treten dabei in Teams vor einem fiktiven Gericht gegeneinander an, um ihre jeweiligen Rechtspositionen zu begründen und gegen Angriffe der Gegenseite zu verteidigen. Diese Aufgabe ist nur durch Teamgeist und kluge Aufgabenteilung zu bewältigen und bietet den Studierenden die Möglichkeit, wie Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sowie Behördenvertreterinnen und -vertreter einen Fall vor Gericht zu vertreten. Zugleich können sie dabei mit der Justiz und insbesondere auch Richterinnen und Richtern des Verwaltungsgerichtshofs in Kontakt treten.
Der jeweilige Sachverhalt ist nicht fiktiv, sondern entspricht – mit Einverständnis der wahren Beteiligten – einem tatsächlich beim Verwaltungsgerichtshof anhängigen Rechtsstreit. Dieses Jahr hatten sich die Studierenden mit einem baurechtlichen Fall auseinanderzusetzen. Gegenstand war die Klage auf die Erteilung einer von der Behörde versagten Genehmigung für den Aus- und Umbau eines Dachgeschosses in einem festgesetzten Gewerbegebiet hin zu einer sogenannten Betriebsleiterwohnung.
Nach engagiertem Wettbewerb überzeugte das Team der juristischen Fakultät der Universität Heidelberg die Jury am meisten und belegte den ersten Platz vor dem Team aus Mannheim sowie den Teams aus Freiburg, Konstanz und Tübingen, die sich den dritten Platz teilten. Die beste Einzelleistung erbrachte Nathalie Rank aus dem Team der Universität Tübingen, die die Jury durch ihr professionelles, engagiertes und rhetorisch überzeugendes Auftreten in der mündlichen Verhandlung für sich einnehmen konnte.
Der Präsident des Verwaltungsgerichtshofs, Prof. Dr. Malte Graßhof, zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Teilnehmenden: „Es ist erfreulich und beeindruckend, mit welchem Niveau und welch großer Leidenschaft die Studierenden die Rolle der Beteiligten ausfüllen und die Verhandlung souverän gestalten. Solche Formate tragen wesentlich zu einer praxisnahen Ausbildung bei.“
Der 16. MootCourt wird voraussichtlich am 12. Juli 2027 am Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg stattfinden.
Weitere Informationen finden sich unter: VGH-MootCourt